Gesundheitsbericht älterer Menschen in Österreich 2025
Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat kürzlich den Gesundheitsbericht ältere Menschen in Österreich veröffentlicht. Der Bericht analysiert, welche Faktoren Gesundheit im Alter beeinflussen, wie es um den aktuellen Gesundheitszustand steht und welche Maßnahmen notwendig sind, um ein selbstbestimmtes, gesundes Altern zu ermöglichen.
Die Bevölkerung wird älter – und damit steigen sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Bis 2040 wird rund ein Viertel der Österreicher:innen über 65 Jahre alt sein. Besonders stark wächst die Gruppe der 75-84-Jährigen. Gesundheit im Alter wird durch ein Zusammenspiel aus sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen, Lebensstil, Versorgungssystemen und sozialen Beziehungen geprägt. Im folgenden sind die Inhalte des Berichts kurz zusammengefasst.
Soziale und wirtschaftliche Einflüsse
Bildung, Einkommen, soziale Teilhabe und die Herkunft bestimmen die Lebenserwartung und Lebensqualität maßgeblich. Geringe Bildung und niedriges Einkommen erhöhen das Risiko für chronische Erkrankungen und Pflegebedarf. Soziale Beziehungen und Gesundheit beeinflussen sich positiv, Einsamkeit dagegen steigert Krankheits- und Sterblichkeitsrisiken.
Gesundheitsverhalten
Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Alkohol- und Tabakkonsum sind weit verbreitete Risikofaktoren. Nur wenige ältere Menschen erfüllen die Bewegungsempfehlungen oder ernähren sich gesund. Männer zeigen häufiger Risikoverhalten als Frauen, wobei die Raucherquote bei älteren Frauen zunimmt, was zu steigender Lungenkrebsrate führt.
Gesundheitszustand
Etwa 70 % der über 65-Jährigen leiden an mehreren chronischen Erkrankungen, wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Arthritis und Demenz. Depressionen betreffen rund 7 % dieser Altersgruppe. Die verbleibende Lebenserwartung mit 65 Jahren beträgt 18,4 Jahre für Männer und 21,6 Jahre für Frauen – jedoch wird nur etwa die Hälfte dieser Jahre in guter Gesundheit verbracht. Frauen leben länger, sind aber öfter gesundheitlich beeinträchtigt und stärker von Altersarmut betroffen.
Gesundheitsförderung
Viele Krankheiten im Alter können durch Prävention und Gesundheitsförderung vermieden oder verzögert werden. Wichtige Schwerpunkte sind:
- Förderung sozialer Teilhabe zur Vermeidung von Einsamkeit
- Positive Altersbilder zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und Teilhabe
- Bewegung und gesunde Ernährung
Versorgung
Die Versorgung älterer Menschen ist komplex und häufig unzureichend koordiniert. Erforderlich sind integrierte, interprofessionelle Modelle, die medizinische, pflegerische und soziale Leistungen verknüpfen und Selbstbestimmung fördern. Die Pflege durch Angehörige ist weiterhin zentral, jedoch für die Familie und pflegenden Angehörigen stark belastend. Mobile Dienste sollen die Versorgung im gewohnten Umfeld ermöglichen.
Schlussfolgerung
Gesundheit im Alter hängt eng mit sozialen Ungleichheiten, Bildung und Einkommen zusammen. Gesundheitsförderung und integrierte Versorgungssysteme sind entscheidend, um Wohlbefinden, funktionale Gesundheit und die Zahl gesunder Lebensjahre zu erhöhen.
Publikation
Ecker-Shibamori, S., Winkler, P., Gaiswinkler, S., Delcour, J., & Wosko, P. (2025). Gesundheit älterer Menschen in Österreich. Gesundheitsbericht. Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.