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Forschungsergebnis Dezember 2025

Internet Nutzung ist assoziiert mit besserer Gedächtnisleistung im mittleren Alter und später

Ergebnisse von über 100.000 Erwachsenen weltweit zeigen konsistente Zusammenhänge zwischen digitaler Aktivität und kognitiver Funktion.

Internetnutzung im mittleren und höheren Alter ist weltweit mit besserem Gedächtnis, Denkfähigkeit und sozialer Teilhabe verbunden – ein möglicher Schlüssel zur Förderung kognitiver Gesundheit im Alter.

Die Untersuchung von Daten von 100.000 älteren Personen, die weltweit an Alterungsstudien wie SHARE teilnehmen, zeigt, dass digitale Aktivität nicht nur soziale Teilhabe fördert, sondern auf kognitive Vorteile bietet. Menschen mittleren und höheren Alters, die regelmäßig das Internet nutzen schneiden bei Tests zu Gedächtnis und Denkvermögen besser ab als Nicht-Nutzer:innen.

Für die positive Wirkung gibt es drei mögliche Gründe:

  • Internetnutzung erfordert aktive Informationsverarbeitung und hält die geistigen Fähigkeiten flexibel.
  • Digitale Kommunikation stärkt soziale Kontakte, was wiederum kognitive Gesundheit unterstützt
  • Zugang zu Wissen und Lernmöglichkeiten fördert geistige Aktivität und Neugier

Dabei ist besonders interessant, dass sich der positive Effekt unabhängig von Bildungsstand und Einkommen zeigt – Internetnutzung wirkt also als eigenständiger Faktor.

Politische Implikationen

Neben klassischer Gesundheitsförderung könnte auch die Förderung von Internetzugang und digitalen Kompetenzen für ältere Menschen ein wirksames Mittel zur Demenzprävention sein. Handlungsbedarf besteht vor allem für Menschen ohne Zugang oder mit geringen digitalen Fähigkeiten, da diese besonders benachteiligt sein könnten.

Publikation

Yuan, T., Liu, K., Liang, L. et al. Associations between internet use, social participation, and cognitive function among middle-aged and older adults. npj Mental Health Res 4, 47 (2025).

Bild: Petra Bork / pixelio.de