September 2026

Zwölf Jahre länger leben, zwei Monate länger arbeiten: Der SHARE Jahresrückblick 2025

Österreich muss sparen und wird älter. Welche Daten es dafür braucht und was SHARE Österreich 2025 geliefert hat, steht in unserem Jahresrückblick für 2025.

Seit 1970 ist die Lebenserwartung in Österreich um rund zwölf Jahre gestiegen, das tatsächliche Pensionsantrittsalter um zwei Monate. Gleichzeitig verlangt der Konsolidierungspfad des Bundes Einsparungen in Milliardenhöhe. Wer jetzt entscheidet, wie lange gearbeitet wird und was Gesundheit und Pflege kosten dürfen, braucht verlässliche Zahlen darüber, wie die Menschen in diesem Land altern. Genau die liefert SHARE Österreich.

Unser Jahresbericht 2025 zeigt, was dafür im vergangenen Jahr gelungen ist. Es gibt ihn in zwei Fassungen: als eigenes deutschsprachiges Heft, für Leserinnen und Leser in Österreich neu geschrieben, und als Kapitel im englischen Annual Activity Report von SHARE-ERIC.

Jede Erhebung geprüft, nicht nur jede fünfte

Im Zentrum stand die zehnte Erhebungswelle: 3.019 persönliche Erhebungen zwischen Ende September 2024 und Ende Mai 2025. Bei allen zentralen Kennzahlen lag Österreich über dem Schnitt des SHARE-Netzwerks aus 28 Ländern und Israel. SHARE Central verlangt, dass ein Fünftel der Erhebungen kontrolliert wird. Wir haben alle überprüft.

Bis auf sieben: alle im Register

3.012 von 3.019 Studienteilnehmer:innen sind mit den Verwaltungsregistern des Bundes verknüpft. Damit lassen sich Fragen beantworten, die keine Erhebung allein beantworten kann: vom Erwerbsverlauf bis zu den Folgen von Pensionsreformen für die Gesundheit.

Wie ungleich die gewonnenen Jahre verteilt sind

In unserem Fachartikel „Are Austrians Ageing Healthily?“ (Halmdienst, Radhuber, Weitzhofer-Yurtisik & Winter-Ebmer, Empirica, 2026) zeigen wir: Ein Mann mit Hochschulabschluss hat beim Pensionsantritt im Schnitt noch zehn gesunde Jahre vor sich, einer mit Pflichtschulabschluss sieben schon hinter sich. Und: Telefon- und Onlineumfragen würden das Ausmaß an Einschränkungen im Alter deutlich unterschätzen.

Das Team

Getragen wird diese Arbeit von unserem Team an der wissenschaftlichen Partnerinstitution, derzeit der JKU Linz: Michael Radhuber (Country Team Leader), Nicole Halmdienst (wissenschaftliche Leitung), Theresa Weitzhofer-Yurtisik und Rudolf Winter-Ebmer, der SHARE einst nach Österreich geholt hat.

SHARE international: das Netzwerk in Zahlen

  • 616.000 persönliche Erhebungen seit 2004
  • 23.360 registrierte Nutzer:innen 2025 (2024: 20.652)
  • 98 Länder, in denen SHARE-Ergebnisse 2025 genutzt wurden (2024: 91)
  • 737 Institutionen aus Politik und Verwaltung, die mit SHARE arbeiten
  • 4.858 Publikationen in der SHARE-Datenbank, 715 davon neu in 2025

Was international 2025 angelaufen ist

  • SoGreen: Wie treffen Klimapolitik und Energiewende unterschiedliche Bevölkerungsgruppen? Neues Horizon-Europe-Projekt mit ESS-ERIC, GGP und GUIDE (2025–2027, 4,99 Mio. €).
  • SIRENE: Luftqualität und Klimadaten, verknüpft mit SHARE-Gesundheitsdaten (Horizon Europe, 9,99 Mio. €).
  • EUCOV III: sichert die Welle 10 in elf Mitgliedsländern, darunter Griechenland, Portugal und Spanien.
  • Weltweites Netzwerk: enge Zusammenarbeit mit den Schwester-Infrastrukturen HRS (USA), ELSA (UK), CHARLS (China), JSTAR (Japan) und TILDA (Irland) sowie der Gateway to Global Aging Data.
  • ERIC Forum 2: stärkt die Stimme von SHARE-ERIC in der europäischen Forschungsinfrastruktur-Politik bis 2027.

Zum Download